Public Relations - Propaganda - Schleichwerbung

Posted by admin | Denkanstösse | Montag 21 September 2009 6:18 pm

Wir alle, oder zumindest die allermeisten von uns, konsumieren Nachrichten. Und ob wir es wollen oder nicht, diese Nachrichten wirken sich auf unser Weltbild aus. Sei es Radio, Zeitung, Fernsehen oder das Internet, wir werden mit Informationen überschüttet. Und wenn es nach einem journalistischem Beitrag aussieht, dann gehen wir davon aus, dass es sich auch um einen journalistischen Beitrag handelt… Aber ist denn das auch wirklich so? Kann es nicht auch passieren, dass sich schlaue Leute hinsetzen und uns vorgaukeln uns seriöse Informationen weiterzugeben, uns stattdessen aber einfach sehr geschickt Werbung unterjubeln? Oder noch schlimmer, kann es nicht auch sein, dass uns unter dem Deckmantel der Objetivität de facto subjektive, interessengeleitete Meinungsbilder zwischen den Zeilen mitserviert werden?  Jap, kann passieren, kann sein.
Passiert jeden Tag, ist leider so.

Wenn jetzt dem einen oder der anderen das Wort “Propaganda” in den Sinn kommt, dann ist das von der Wahrheit leider nicht allzu weit entfernt. Allerdings denkt man bei der Erwähnung dieses Begriffs schnell auch an einen zu kurz geratenen verrückten Spinner namens Goebbels, der die Massen mit hetzerischen Parolen bis zur Ekstase und völligen geistigen Selbstaufgabe gepeitscht hat.
Hier ein Zitat, das sicher eher hinter den Kulissen ausgesprochen wurde:

“Wenn man eine grosse Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die
Leute sie am Ende glauben. Man kann die Lüge so lange behaupten, wie es dem
Staat gelingt, die Menschen von den politischen, wirtschaftlichen und militärischen
Konsequenzen der Lüge abzuschirmen. Deshalb ist es von lebenswichtiger
Bedeutung für den Staat, seine gesamte Macht für die Unterdrückung abweichender
Meinungen einzusetzen. Die Wahrheit ist der Todfeind der Lüge, und daher ist die
Wahrheit der grösste Feind des Staates.”
-Joseph Göbbels-

Heutzutage sind propagandistische Kampagnen natürlich nicht mehr so leicht umzusetzen wie damals und das ist auch gut so. Das heisst aber noch lange nicht, dass eine Beeinflussung der Massen auf hohem Niveau heute nicht mehr möglich wäre. Sie findet nur ein ganz klein wenig subtiler statt. Und “Public Relations” ist das Schlüsselwort für diese Technik der Manipulation der Massen. Es gibt bereits ein paar Links zu diesem Thema auf diesen Seiten, der Vollständigkeit halber fasse ich sie hier noch einmal zusammen:

Und hier das Werk von Edward L. Bernays, dem Erfinder der “Public Relations”:
Kurzbeschreibung
Edward Bernays (1891-1995) gilt als Vater der Public Relations. Mit seinem Buch Propaganda aus dem Jahr 1928 schuf er die bis heute gültige Grundlage für modernes Kommunikationsmanagement. Der in Wien geborene Bernays war ein Neffe Sigmund Freuds, der sich dessen Erkenntnisse der modernen Seele zunutze machte und sie in den Dienst von Regierungen und Konzernen stellte. Propaganda ist Bernays Hauptwerk. In Propaganda (ein Begriff, den er später selbst in »Public Relations« umbenannte) beschreibt Bernays alle wesentlichen Techniken der Meinungsbeeinflussung wie z. B. den Einsatz von »neutralen Experten«, um eine Aussage glaubhaft erscheinen zu lassen. Für den US-Präsidenten Wilson promotete er den Ersten Weltkrieg, mit den »Fackeln der Freiheit« machte er Zigaretten zum Symbol der weiblichen Emanzipation und brachte die amerikanischen Frauen zum Rauchen. Er arbeitete für Edison und Ford, aber auch für die CIA: Sie alle ließen sich von Bernays ihr Image aufpolieren oder die Marktchancen ihrer Produkte verbessern. Bernays steht in einer Reihe mit den Strategie-Klassikern Machiavelli und Clausewitz. (Quelle: amazon))

Da die meisten Entwicklungen die in den USA stattfinden früher oder später zu uns nach Europa herüberschwappen, sehen wir doch mal was die Nation in deren Schoss dieses Phänomen seinen Ursprung hatte, nach mehreren Jahrzehnten Erfahrung damit, darüber zu sagen hat.

Public Relations ist Propaganda

Warum sich aber darüber aufregen?
Man kann sich dem ja auch entziehen und sagen “Nicht mit mir, ich durchschaue diese Tricks!” Aber wieviele Menschen wissen über diese Problematik tatsächlich so gut Bescheid, dass es ihnen wirklich möglich ist sich dem bewusst entgegenzustellen? Schließlich sind die Methoden und Techniken heutzutage so verfeinert und perfektioniert, dass sie selbst mit einem (einigermaßen) geschultem Auge nicht immer auf Anhieb erkennbar sind. Wir sollten uns darüber aufregen, dass viel zu wenige Menschen von diesen Vorgängen, die ja ausschließlich im Hintergrund geplant und durchgeführt werden, nicht die geringste Ahnung haben.  Das Medienkonsumverhalten der Rezipienten, die sich mit den Einzelaspekten sowohl des Journalismus, als auch der Medien als Industrie, noch nie näher beschäftigt haben, wird geformt durch….die Medien.
Na, so eine Überraschung.

Reiche Medien - Armselige Demokratie

Falls bei diesem Beitrag jemandem Parallelen zur deutschen Medienlandschaft aufgefallen sind…dann ist das sicher kein Zufall.  Wenn aber etwas kein Zufall ist, dann steckt meistens ein System dahinter. Oder zumindest ein logische Herangehensweise, ein System.
Schön beobachten lässt sich so etwas meistens durch das Analysieren solcher Entwicklungen über einen längeren Zeitraum und zum Glück gibt es heutzutage mehr und mehr Menschen die sich systemkritisch mit bestimmten Themen auseinandersetzen und dann auch noch ein solches Sendungsbewusstein besitzen um ihre Schlussfolgerungen mit anderen teilen zu wollen:

Spindoktoren

Teil 1/12

Teil 2/12

Teil 3/12

Teil 4/12

Teil 5/12

Teil 6/12

Teil 7/12

Teil 8/12

Teil 9/12

Teil 10/12

Teil 11/12

Teil 12/12

So, jetzt wissen wir das auch.
Dann lasst uns doch mal sehen ob es bei uns auch Entwicklungen in diese Richtung gibt, wer dahinter steckt und wer letztenendes die Quittung(en) dafür bezahlen darf.

Die “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft”

Die “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft”
Teil 1/2

Die “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft”
Teil 2/2

Um einen noch genaueren Blick auf die Methoden zu werfen die verwendet werden um kleine, sich immer wiederholende Botschaften in unserem Unterbewusstsein zu platzieren, empfehle ich noch den folgenden Beitrag über Schleichwerbung. Ich konnte mit diesem Begriff noch nie viel anfangen, da ich -zumindest bilde ich mir das gerne ein- in den vergangenen Jahren einen natürlichen Abwehrinstinkt gegen Werbung entwickelt habe. Einer der wenigen positiven Effekte chronischen Geldmangels…
Aber der Teilbegriff “Werbung” ist in diesem Fall irreführend. “Für etwas zu werben” muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es sich um ein best. Produkt oder einen Artikel handelt. Man kann auch Ideen, politische Einstellungen und Alltagsphilosophien “bewerben”.

Schleichwerbung
Teil 1/5

Teil 2/5

Teil 3/5

Teil 4/5

Teil 5/5

Und zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf den gefährlichsten Bereich der Verstrickungen zwischen Journalismus, Public Relations und Schleichwerbung: die Politik. Zeitlich zwar ein bisschen knapp, schließlich haben wir nur noch 6 Tage bis zur Bundestagswahl 2009, aber wer weiß, vielleicht hilft es ja doch noch den einen oder anderen WahlWERBEspot oder diverse Talkrunden mit etwas anderen Augen zu betrachten.

PR-Gurus aus den USA

Viel Spaß bei der Qual der Wahl!

 

Nachtrag am 22.10.2009

Hier noch ein Link zu einer Studie der “netzwerk recherche”:

Sie ist zwar aus dem Jahre 2006, aber man kann wohl davon ausgehen, dass die Zustände sich seitdem eher verschlechtert als verbessert haben…

1 Kommentar »

  1. Comment von MCExorzist — 2. Juni, 2010 @ 5:20 pm

    Danke für die wirklich interessante Zusammenstellung und Kommentierung - PR & Journalismus = Öffentliche Meinung

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